Erfahrungsberichte Trauerseminar :  Gästebuch The fastest message board... ever.
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Ein schmerzhafter Weg- gemeinsam mit euch
Datum: 30.03.2008 23:49:52

Am 24.02.04 starb mein geliebter Mann am plötzlichen Herztod. Es war nicht mein erster Verlust, daher wußte ich, das professionelle Hilfe nötig war.
Meine Söhne- damals 8 und 12- schlurte ich zum Zentrum für trauernde Kinder, aber sie wollten nicht dorthin. Wie groß war meine Enttäuschung darüber, dass sie nicht die Trauerarbeit leisten wollten, die ich ihnen anbot. Währendessen fand meine erwachsene Tochter dieses Forum-ja, ja, die jungen Leute und das Internet. Sie fühlte sich damals gut aufgehoben in der Trauerarbeit. Mir kam das etwas obskur vor, mit wildfremden Leuten, ohne ihnen gegenüberzusitzen so private Gedanken zu tauschen. Nichts für mich!
In der Zwischenzeit suchte ich hier nach Trauergruppen, nahm ein paar Stunden bei einer Psychologin, die ich aus einer anderen Krise heraus kannte, sprach viel mit vielen Menschen.............. aber nichts half wirklich.
Gut zwei Jahre nach Norberts Tod merkte ich: Alles ist grau und bleibt grau. Und das wollte ich nicht mehr! So ließ ich mir von meinem Töchterchen den Kontakt geben und meldete mich zum Seminar vor zwei Jahren an. Mir war nicht klar, was mich erwartete!!!
Ich ging durch die Hölle! Jede Freude, aber auch jeder Schmerz tobte in mir herum. Alle Toten meines Lebens klopften noch einmal an, ich wußte manchmal gar nicht, wo cih anfangen sollte.
Ich schaff das nicht alleine, dachte ich und überlegte eine Kur zu machen, bloß weg hier. In dem Zusammenhang führte ich viele Gespräche rein praktischer Natur, an welchem Ort eine Kur richtig wäre, mit oder ohne Kinder.
Währendessen lief die Arbeit im Forum weiter. Mal mehr, mal weniger intensiv. Schon die entstandenen Bindungen hielten mich dabei. Dazu die Erfahrung, wie gut die Aufgaben taten, wie schön es war, manche Sachen wieder hervorzukramen, neu zu betrachten, ALLE GUTEN DINGE aus unserer Ehe zu sehen und mich daran zu freuen( Klar kriege ich immer noch glasige Augen und finde es überhaupt nicht witzig, dass meine Söhne ohne Papa aufwachsen, dass Norbert bei Lisas Hochzeit im Sommer nicht dabei sein wird). Doch genau dieses liebevolle oder auch wütende Betrachten war ungeheuer hilfreich und machte aus dem GRAU ein BUNT.
Kurz nach Beginn des Seminars fand ich Interesse an einem Mann. Erst wußte ich gar nicht, wie mir geschah, es war unsagbar spannend. Trauer und Liebe um den Verstorbenen zu fühlen und die neue Liebe trotzdem wachsen zu lassen. Da muß das Herz eben größer werden, meinte Adolf mal in einem Chat. Genauso war es! Ist das Herz einmal offen, passt ungeheur viel herein!
Meine Jungen fanden es sehr beachtenswert, dass die Mutter im Internet tätig war. Sie haben garantiert davon profitiert, dass ich im Trauerforum Unterstützung fand.
Im letzten Sommer, das Seminar war eigentlich schon vorbei, stürzte meine Festplatte ab, als alles wieder gerichtet war, kam ich nicht mehr ins Forum rein, trotz Hilfe. Da dachte ich: in Ordnung. Dann ist erstmal Schluß damit. Manchmal ist auch ein dicker Punkt nötig.
Kommt mal das Gespräch auf Trauerarbeit erzähle ich immer gerne vom Trauerforum, dass es euch gibt und dass ihr mir wahnsinnig geholfen habt.
Vielen Dank für Alles! Ihr habt mein Leben wieder bunt gemacht. Nennt euch doch in "Die Anstreicher" um!
Alles Liebe und weiterhin gute Arbeit wünscht euch Britta!



BetreffAngeklicktvonDatum/Zeit
Ein schmerzhafter Weg- gemeinsam mit euch3493 Britta Eidens 30.03.2008 23:49


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