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Erfahrungsbericht aus den Online und Offline Trauerbegleiterseminaren www.trauer.org / www.trauerherberge.de 
Ausbildung zum Trauerbegleiter
von: Roland Klein ()
Datum: 02.09.2012 18:34:50

Was ich zur Ausbildung zum Trauerbegleiter zu sagen habe.

Es gibt einen sehr kompetenten und erfahrenen Leiter und sympathischen Menschen, Adolf Pfeiffer. Durch ihn konnte ich Vieles lernen, u.a. (und hier beschränke ich mich nur auf Wesentliches) dass

- Trauer ein umfassender Prozess ist, der in allen Verlusterlebnissen, nicht nur im Todesfall, zum Tragen kommt. Das hat mir persönlich sehr geholfen und das Bewusstsein für meine aktuelle Lage geschärft.
- Trauer immer individuell erlebt und so auch gesehen werden darf.
- Wertungen (nicht nur in Trauerprozessen, aber da natürlich auch besonders) meist den Blick verengen und Vergleiche provozieren, die nicht produktiv sind.
- gelebte Trauer zu neuem Leben und einem Entwicklungssprung führen kann.

Es gibt in Arzbach eine Herberge, die für die Wochenendphasen aber auch für das persönliche Trauergespräch Raum, Gestalt und Begegnung ermöglicht. Diese Räumlichkeiten und der dazu gehörende Garten laden ein zum Verweilen, Austauschen, Lernen und zur intensiven persönlichen Begegnung. Es ist wirklich schön, dort zu sein.

Es gibt eine Seminargruppe, die dreimal im Jahr an Wochenenden zusammen kommt. Mit diesen Menschen, die über die ganze Ausbildungszeit Erfahrung, Freud und Leid teilen können entsteht über das gemeinsame Thema eine besondere und sicher auch tiefere Verbindung. Die Gruppe trägt den Einzelnen, und der Einzelne lässt die Gruppe an seinem Lernen und Erleben teilhaben.

Es gibt eine Organisations- und Lernform, die vor allem (aber nicht nur) für berufstätige Menschen sehr gut geeignet ist. Die Wochenendphasen in Verbindung mit den zu Hause zu erledigenden Aufgaben und den regelmäßigen Chats, und damit auch der Kontakt via Internet, ermöglichen ein Lernen auf verschiedenen Ebenen. Ich war zunächst etwas skeptisch, ob das funktionieren kann. Jetzt sage ich, es kann nicht nur funktionieren, sondern es ist für mich die optimale Form einer Ausbildung zum Trauerbegleiter für erwachsene und "im Leben stehende" Menschen.

Zum Schluss möchte ich noch eine Anregung weitergeben: Manchmal gewann ich den Eindruck, dass wir in der Gefahr sind, den Blick zu sehr auf Trauerbewältigung zu verengen. Nicht alles und alle Lebens- und Leidensphasen können auf mehr oder weniger "gelungene" Trauerbewältigung zurückgeführt werden. Es bleibt immer noch eine gehörige Portion Unerklär- und Unverfügbares, ja Geheimnisvolles, das sich einer vorschnellen Erklärung entzieht. Wir haben kein Patentrezept. Aber wir haben eine erweiterte Sicht, die uns auch mehr Demut abverlangt.



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Ausbildung zum Trauerbegleiter982Roland Klein02.09.2012 18:34


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